Archiv der Kategorie 'KURZKOMMENTARE'

SACCO + VANZETTI

dieser justizmord, der die welt wie kaum ein anderer bewegte, ist in kürze achtzig jahre her… http://de.wikipedia.org/wiki/Sacco_und_Vanzetti

aus diesem anlass ein „requiem für sacco und vanzetti“: texte von erich mühsam (1929, 1926, 1928), vorgetragen von gregor hause. (ACHTUNG: keine rap-musik), pathos statt patois, klampfe statt crunk.

http://www.files.to/get/12868/c3ip1wophe

FOTO

KLIMA

„…even if we take the best-case scenario of a 2.2C rise in temperature this century (while a 4.4C rise is much more likely!), would mean – according to the European Commission – that an extra 11,000 people in Europe would die within a decade, and from 2071 onwards there would be 29,000 extra deaths a year in southern Europe alone, on top of 27,000 extra deaths in northern Europe.“

FOTO

Spotlight: Living Conditions #2

Taj Mahal in Agra

FOTO
(mehr…)

Nettlau und football

Max Nettlau’s Erinnerungen an seine Begegnungen mit „football“, zuerst in Dublin im Jahr 1888:

An Sonntagen war ich mehrmals im grossen Phoenix Park, der seit der Ermordung von Cavendish und Burke im Sommer 1882 in allgemeiner Erinnerung war. Dort sah ich, wie sehr viele andere Zuschauer, Fussball spielen, zum erstenmal. Keine Veranstaltungen, glaube ich, sondern vielerlei lokale Kämpfe, denen man im Vorübergehen zusah. Da ging es furchtbar wild zu und es gab schon damals eine zahmere englische Art (Rugby): die irische Art war berüchtigt und man sagte mir später, dass ich damals im Phoenixpark grade das richtige, manches sehr starke Stück, gesehen haben müsse, obgleich die Leute schliesslich aus dem Gemengsel immer wieder ihre Füsse und Kopfattrapen zusammenfanden und gleich wieder auf einer andern Stelle herumkugelten. Damals habe ich in ein paar Viertelstunden football für mein ganzes Leben gesehen, da ich nie wieder daran dachte, so ein Spiel anzusehen, und so habe ich in diesen fünfzig Jahren weniger Zeit darauf verwendet als die meisten Leute. Nur in Amsterdam sah ich im Februar 1937 durch ein Gitter im Vorübergehen Fussball spielen, an einem Sonntag gegen Mittag; aber das war mehr ein Kinderballett als dieses zu einem „Rattenkönig“ oder einer Schlangengrube verwachsende Gliedergemengsel im Phoenixpark. Seit jener Zeit konzentrierte sich das geistige Leben der Jugend in den Füssen und die Kopffunktionen besorgt kollektiv und totalitär der führende Fascismus. Die Gladiatoren waren gefangene Opfer; zu den jetzigen circenses drängen sich die Opfer längst freiwillig als Sportspekulanten und gaffende Massen. Alles Hinterwäldlerinvasion und Zertrümmerung, Vergeudung der im Aufbau begriffenen Kultur; the bull in the chinashop, die Affenhorde, die einen Garten plündert…

Pudel Overnight

FOTO

Liebe Gemeinde, Freunde der realistischen Fernsehunterhaltung,

wir richten heute das Wort an euch um einer der bewegendsten Bilderserien zu gedenken, die in Vergessenheit zu geraten scheint: Pudel Overnight. Es verbittert uns als würde man in Ivrea jährlich zum Karneval Pampelmusen statt Orangen bluten lassen. Seit nunmehr 5 1/2 Jahren gab es keine Wiederholung. Hinzu kommt, dass manche unter uns befürchten eine eventuelle Neuausstrahlung zu verpassen. Nun, wenigstens dem kann Abhilfe geschaffen werden. Unter der unten verbundenen Site, findet sich die Möglichkeit eMail-Adressen zu hinterlassen, um gegebenenfalls davor informiert zu werden. Doch, liebe Freunde, für alle, die noch keine rauchverdichteten Stunden mit diesem Format verbrachten, müssen wir es klären. Was ist Pudel Overnight? (mehr…)

Spotlight: Living Conditions #01

welcome to the global
living conditions. see,
the bigger the picture
the sicker it is. click:

Free Image Hosting at www.ImageShack.us

Der Bau des Ryugyong Hotels mit seinen 105 Stockwerken begann 1987 im vom Kalten Krieg geprägten Nordkorea. Die Überzeugung, man könne (und müsse) zum Beispiel mit Südkorea und speziell dem Stamford Hotel in Singapur mithalten, war stärker als die Materialien, die zum Einsatz kamen. So konnte der Plan, es im Sommer 1989 zum allseits beliebten World Festival of Youth and Students zu eröffnen, nicht umgesetzt werden. 1992 wurde die kühne Vision vorerst vollkommen eingestampft. Das Gerüst blieb stehen, doch ist es nicht dieser Stahlbeton, der die gewaltigen Kosten tragen muss, die japanische Zeitungen auf 750 Millionen Dollar schätzten. Solltet ihr 300 Millionen in eurem Sparschwein horten, so investiert sie in diese Ruine, damit sie vielleicht doch noch irgendwann eine einsturzsichere Struktur bekommt. Und helft der armen Regierung, die sich nicht besser aus dem selbst geschaufelten Graben zu hieven weiß, als mit einem neuen 5-Sterne Hotel, das sie mittlerweile woanders aus dem Boden stampfen lässt.

ID Journal Newsletter no. 32

Dear Friends,

We would like to inform you that no. 32 of the ID Journal’s Newsletter has been uploaded in the following links:

ID Journal Newsletter no. 32

This is issue includes two articles dealing with the myths of the international reformist Left. The first article deals with the myth promoted by the reformist Left in general and the World Social Forum and its European branch in particular, that is, neoliberalism is just a matter of policy rather than a systemic change which is irreversible within the system. This myth was repeated in the latest conference of the European Social Forum in Athens, and Takis Fotopoulos shows why the Social Forum ideology is disorienting peoples on the real nature of neoliberal globalisation and the tasks of today’s Left. The second article criticises another myth of the reformist Left concerning the supposed New Winds from the Left in Latin America. It shows that, in fact, we mainly face a changeover from neoliberalism to social-liberalism-- apart from Venezuela and Bolivia where a doomed attempt is being made for a return to a mixed type of economy within an integrated Latin America market.

Regards,
The Editors

Zitat 01+02

1. „Der Klassenerhalt ist das formale Ziel des Schulbesuchs“

2. „Wird der Klassenerhalt gefährdet oder nicht erreicht, ist regelmäßig der Arbeitsplatz […] gefährdet“

(wikipedia)

Souchy: Der blutige Vorhang

FOTO
Souchy: Politische Erinnerungen
1930-33: Europa – Der blutige Vorhang
Gegen die steigende Flut

Einige Monate später, es war das Jahr 1929, kehrte ich nach Deutschland zurück. Viele Anzeichen deuteten darauf hin, dass es im Land der Dichter und Denker mit der Demokratie bergab ging. Die gesetzestreuen, parlamentsgläubigen Parteien schienen kein Vertrauen mehr in die legalen Institutionen zu haben, sie schufen sich ihre eigenen außerparlamentarischen, paramilitärischen Organisationen für einen eventuellen Bürgerkrieg: die SA und SS, den >>Stahlhelm< <, den >>Roten Frontkämpferbund< < und die >>Eiserne Front< <. Nationalsozialisten, Deutschnationale, Kommunisten und sogar Sozialdemokraten wollten sich auf die letzte Schlacht vorbereiten. Der Machtkampf verlagerte sich zusehends vom Reichstag auf die Straße, die mehr und mehr von den braunen Bataillonen Hitlers beherrscht wurde. (mehr…)