POLITISCHES ARCHIV

Rocker: Die Romantik und der Nationalismus (1937)

FOTO

DIE ROMANTIK UND DER NATIONALISMUS

in: Nationalismus und Kultur (Die Entscheidung des Abendlandes)

„Rudolf Rockers Buch ‚Nationalismus und Kultur‘ ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Philosophie…Ich denke, es wird in Ländern, in denen unvoreingenommenes Denken noch nicht illegal ist, viele Leser finden.“ (Bertrand Russell)

INHALTSVERZEICHNIS / BESTELLEN

Jeder Nationalismus ist seinem Wesen nach reaktionär, da er bestrebt ist, den einzelnen Teilen der großen Menschenfamilie einen bestimmten Charakter nach einem vorgefassten Glauben aufzuzwingen. Auch in diesem Punkte zeigt sich die innere Verwandtschaft der nationalen Ideologie mit dem Glaubensinhalt jeder Offenbarungsreligion. Der Nationalismus schafft künstliche Trennungen und Absplitterungen innerhalb einer organischen Einheit, die in der Gattung Mensch ihren Ausdruck findet; in derselben Zeit erstrebt er eine fiktive Einheit, die nur einer Wunschvorstellung entspringt, und seine Träger möchten am liebsten alle Glieder einer bestimmten Menschengruppierung auf einen Ton abstimmen, damit das, was sie von anderen Gruppen unterscheidet, um so schärfer hervortrete. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der so genannte Kulturnationalismus durchaus nicht vom politischen Nationalismus, dessen machtpolitischen Bestrebungen er in der Regel als Feigenblatt dienen muss. Beide sind geistig nicht voneinander zu trennen und stellen nur zwei verschiedene Formen derselben Bestrebungen dar. (mehr…)

Castoriadis: Die marxistische Theorie der Geschichte

FOTO

Zu Beginn unserer Überprüfung können und müssen wir sogar herausfinden, was aus dem konkretesten Inhalt der marxistischen Theorie geworden ist, nämlich der ökonomischen Analyse des Kapitalismus. Sie ist keineswegs bloß eine zufällige und nebensächliche empirische Anwendung auf ein einzelnes geschichtliches Phänomen, sondern der springende Punkt, um den sich die gesamte Theorie letztlich dreht und an dem sie zeigen muss, dass sie nicht nur ein paar allgemeine Ideen vorzuweisen hat, sondern ihre eigene Dialektik mit der der geschichtlichen Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen weiß und aus der Bewegung des Wirklichen selbst die Grundlagen des revolutionären Handelns und seiner Orientierung herzuleiten vermag. Nicht umsonst hat Marx einen wesentlichen Teil seines Lebens dieser Analyse gewidmet, und nicht zufällig hat die marxistische Bewegung in der Folge der Ökonomie stets eine entscheidende Bedeutung zugesprochen. Die überschlauen >Marxisten< von heute, die von nichts anderem mehr hören wollen als den marxschen Jugendschriften, dokumentieren nicht nur ihre Oberflächlichkeit, sondern auch eine maßlose Arroganz. Denn ihre Haltung läuft darauf hinaus, dass Marx nach seinem dreißigsten Lebensjahr nicht mehr gewußt habe, was er tat. (mehr…)

Adorno & Bloch: Möglichkeiten der Utopie heute

FOTO

Ein Gespräch mit Theodor W. Adorno & Ernst Bloch zu den Möglichkeiten der Utopie heute (1964): Teil 1 / Teil 2

Guérin: Anarchismus und Marxismus

FOTO
I. Wenn man dieses Thema behandeln will, steht man vor mehreren Schwierigkeiten. Beginnen wir mit der ersten: Was verstehen wir unter dem Begriff „Marxismus“? Um welchen “ Marxismus“ handelt es sich?
Ich halte es für notwendig, hierauf sofort zu antworten. Wir nennen im folgenden „Marxismus“ die gesamten Schriften von Marx und Engels selbst, nicht jedoch die ihrer mehr oder weniger treuen Nachfolger, die für sich die Etikette, „Marxisten“ in Anspruch genommen haben. Mit Sicherheit schließen wir den entstellten Marxismus, ja man könnte sagen: Den verratenen Marxismus der deutschen Sozialdemokratie aus. Dazu einige Beispiele: In den ersten Jahren der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland, zu Lebzeiten von Marx, prägten die Sozialdemokraten die Forderung nach dem „Volksstaat“. (mehr…)

CNT DOKU

Spanischer Bürgerkrieg / Spanische Revolution 1936-39
50 Min. / deutschspr. / Originalaufnahmen / Teilarchive

http://rapidshare.de/files/19357990/cnt.part01.rar.html
http://rapidshare.de/files/19375371/cnt.part02.rar.html
http://rapidshare.de/files/19435045/cnt.part03.rar.html
http://rapidshare.de/files/19440734/cnt.part04.rar.html
http://rapidshare.de/files/19453837/cnt.part05.rar.html
http://rapidshare.de/files/19459783/cnt.part06.rar.html
http://rapidshare.de/files/19480750/cnt.part07.rar.html
http://rapidshare.de/files/19527676/cnt.part08.rar.html
http://rapidshare.de/files/19533257/cnt.part09.rar.html
http://rapidshare.de/files/19537807/cnt.part10.rar.html

philo audiothek

Vorträge zu den Themen
:
Einführung in die Ethnologische Friedensforschung
Einführung in die Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie
Einführung in Ethnizität, Rassismus, Nationalismus und Kolonialismus
Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie

dort: phlo odjo

Korsch: Was ist Sozialisierung? (1919)

FOTO
1. Das Ziel der Sozialisierung

Die vom Sozialismus geforderte >>Sozialisierung<< bedeutet eine neue Regelung der Produktion mit dem Ziel der Ersetzung kapitalistischer Privatwirtschaft durch sozialistische Gemeinwirtschaft. Ihre erste Phase besteht in der Vergesellschaftung der Produktionsmittel und der dadurch bewirkten Emanzipation der Arbeit, ihre zweite besteht in der Vergesellschaftung der Arbeit. (mehr…)

Rocker: Prinzipienerklärung des Syndikalismus (1919)

FOTO
Die heutige Gesellschaftsordnung, die auch die kapitalistische genannt wird, gründet sich auf die wirtschaftliche, politische und soziale Versklavung des werktätigen Volkes und findet einerseits im sogenannten „Eigentumsrecht“, d.h. im Monopol des Besitzes, andererseits im Staat, d.h. im Monopol der Macht, ihren wesentlichen Ausdruck. (mehr…)

Fotopoulos: „Vormarktwirtschaftliche“ Märkte

FOTO
Weil die gesellschaftlichen Kontrollen allmählich aufgehoben werden, tendiert die Vermarktwirtschaftlichung dazu, alle Waren und Dienstleistungen marktgängig zu machen und die Bürger in bloße Konsumenten zu verwandeln. Obwohl der Markt heute alle Aspekte des Lebens durchdringt, vom Familienleben bis zur Kultur, der Erziehung, der Religion usw., kann leicht aufgezeigt werden, dass – trotz der Tatsache, dass Märkte seit langer Zeit existieren – die Vermarktwirtschaftlichung der Wirtschaft ein neues Phänomen ist, das in den letzten zwei Jahrhunderten aufgetaucht ist. So wie es Karl Polanyi in seinem klassischen Buch The Great Transformation („Die Große Transformation“) beschreibt:

Vor unserer Zeit hat keine Ökonomie existiert, die auch nur prinzipiell von den Märkten kontrolliert gewesen wäre… Obgleich die Institution des Marktes seit dem späten Steinzeitalter ziemlich verbreitet war (seine Rolle für das wirtschaftliche Leben war wenig mehr als nebensächlich), beschränkte sich seine Bedeutung für das wirtschaftliche Leben darauf, Anreize zu geben… Während die Geschichte und die Volkskunde verschiedene Arten von Märkten kennen, die meisten davon kommen der Institution des Marktes entgegen, kennen sie keine Wirtschaft vor der unsrigen, die auch nur annähernd durch Märkte kontrolliert und reguliert worden wäre. {3} … Alle Wirtschaftssysteme, die uns bis zum Ende des Feudalismus in Westeuropa bekannt sind, wurden entweder nach den Prinzipien der Gegenseitigkeit, der Verteilung, der Subsistenz (das bedeutet der Produktion für den eigenen Gebrauch) oder einer Verbindung dieser drei organisiert. {4} (mehr…)

Castoriadis: Eine mythische Vorstellung vom > Kommunismus<

FOTO
Die Überwindung dieser beiden Formen der Entfremdung war bekanntlich der Leitgedanke des Marxismus. Die proletarische Revolution sollte nach einer Übergangsperiode zur >höheren Phase des Kommunismus< führen, und dieser Übergang sollte >>das Ende der Vorgeschichte der Menschheit und den Beginn ihrer wirklichen Geschichte< <, den >>Sprung vom Reich der Notwendigkeit ins Reich der Freiheit< < bezeichnen. Diese Gedanken sind unscharf geblieben, und wir werden an dieser Stelle weder eine systematische Darstellung dieser Ideen noch eine textgenaue Diskussion versuchen. Wir wollen nur daran erinnern, was sie mehr oder weniger deutlich andeuten: nicht nur die Aufhebung der Klassen, sondern auch die Aufhebung der Arbeitsteilung (es wird keine Maler mehr geben, sondern nur noch Menschen, die malen); nicht nur eine derart weitreichende Verwandlung der gesellschaftlichen Institutionen, dass sie von völliger Beseitigung aller Institutionen letztlich kaum zu unterscheiden wäre (>Absterben des Staates< , Abschaffung allen gesellschaftlichen Zwangs), sondern auf philosophischer Ebene auch das Erscheinen eines >totalen Menschen< und einer Menschheit, die von nun an >ihre Geschichte beherrschen< könnte.
Wie vage, weitschweifig und unbegründet diese Gedanken auch erscheinen mögen, in ihnen drückt sich nicht nur ein Problem aus, sondern man begegnet ihnen auf dem Wege des revolutionären Denken unweigerlich. Für den Marxismus geben sie ohne Zweifel den Rahmen seiner Geschichtsphilosophie ab, die ohne diese Ideen nicht bestimmt werden könnte. (mehr…)