Archiv für Mai 2006

CNT DOKU

Spanischer Bürgerkrieg / Spanische Revolution 1936-39
50 Min. / deutschspr. / Originalaufnahmen / Teilarchive

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philo audiothek

Vorträge zu den Themen
:
Einführung in die Ethnologische Friedensforschung
Einführung in die Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie
Einführung in Ethnizität, Rassismus, Nationalismus und Kolonialismus
Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie

dort: phlo odjo

Korsch: Was ist Sozialisierung? (1919)

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1. Das Ziel der Sozialisierung

Die vom Sozialismus geforderte >>Sozialisierung<< bedeutet eine neue Regelung der Produktion mit dem Ziel der Ersetzung kapitalistischer Privatwirtschaft durch sozialistische Gemeinwirtschaft. Ihre erste Phase besteht in der Vergesellschaftung der Produktionsmittel und der dadurch bewirkten Emanzipation der Arbeit, ihre zweite besteht in der Vergesellschaftung der Arbeit. (mehr…)

Rocker: Prinzipienerklärung des Syndikalismus (1919)

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Die heutige Gesellschaftsordnung, die auch die kapitalistische genannt wird, gründet sich auf die wirtschaftliche, politische und soziale Versklavung des werktätigen Volkes und findet einerseits im sogenannten „Eigentumsrecht“, d.h. im Monopol des Besitzes, andererseits im Staat, d.h. im Monopol der Macht, ihren wesentlichen Ausdruck. (mehr…)

Fotopoulos: „Vormarktwirtschaftliche“ Märkte

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Weil die gesellschaftlichen Kontrollen allmählich aufgehoben werden, tendiert die Vermarktwirtschaftlichung dazu, alle Waren und Dienstleistungen marktgängig zu machen und die Bürger in bloße Konsumenten zu verwandeln. Obwohl der Markt heute alle Aspekte des Lebens durchdringt, vom Familienleben bis zur Kultur, der Erziehung, der Religion usw., kann leicht aufgezeigt werden, dass – trotz der Tatsache, dass Märkte seit langer Zeit existieren – die Vermarktwirtschaftlichung der Wirtschaft ein neues Phänomen ist, das in den letzten zwei Jahrhunderten aufgetaucht ist. So wie es Karl Polanyi in seinem klassischen Buch The Great Transformation („Die Große Transformation“) beschreibt:

Vor unserer Zeit hat keine Ökonomie existiert, die auch nur prinzipiell von den Märkten kontrolliert gewesen wäre… Obgleich die Institution des Marktes seit dem späten Steinzeitalter ziemlich verbreitet war (seine Rolle für das wirtschaftliche Leben war wenig mehr als nebensächlich), beschränkte sich seine Bedeutung für das wirtschaftliche Leben darauf, Anreize zu geben… Während die Geschichte und die Volkskunde verschiedene Arten von Märkten kennen, die meisten davon kommen der Institution des Marktes entgegen, kennen sie keine Wirtschaft vor der unsrigen, die auch nur annähernd durch Märkte kontrolliert und reguliert worden wäre. {3} … Alle Wirtschaftssysteme, die uns bis zum Ende des Feudalismus in Westeuropa bekannt sind, wurden entweder nach den Prinzipien der Gegenseitigkeit, der Verteilung, der Subsistenz (das bedeutet der Produktion für den eigenen Gebrauch) oder einer Verbindung dieser drei organisiert. {4} (mehr…)

Castoriadis: Eine mythische Vorstellung vom > Kommunismus<

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Die Überwindung dieser beiden Formen der Entfremdung war bekanntlich der Leitgedanke des Marxismus. Die proletarische Revolution sollte nach einer Übergangsperiode zur >höheren Phase des Kommunismus< führen, und dieser Übergang sollte >>das Ende der Vorgeschichte der Menschheit und den Beginn ihrer wirklichen Geschichte< <, den >>Sprung vom Reich der Notwendigkeit ins Reich der Freiheit< < bezeichnen. Diese Gedanken sind unscharf geblieben, und wir werden an dieser Stelle weder eine systematische Darstellung dieser Ideen noch eine textgenaue Diskussion versuchen. Wir wollen nur daran erinnern, was sie mehr oder weniger deutlich andeuten: nicht nur die Aufhebung der Klassen, sondern auch die Aufhebung der Arbeitsteilung (es wird keine Maler mehr geben, sondern nur noch Menschen, die malen); nicht nur eine derart weitreichende Verwandlung der gesellschaftlichen Institutionen, dass sie von völliger Beseitigung aller Institutionen letztlich kaum zu unterscheiden wäre (>Absterben des Staates< , Abschaffung allen gesellschaftlichen Zwangs), sondern auf philosophischer Ebene auch das Erscheinen eines >totalen Menschen< und einer Menschheit, die von nun an >ihre Geschichte beherrschen< könnte.
Wie vage, weitschweifig und unbegründet diese Gedanken auch erscheinen mögen, in ihnen drückt sich nicht nur ein Problem aus, sondern man begegnet ihnen auf dem Wege des revolutionären Denken unweigerlich. Für den Marxismus geben sie ohne Zweifel den Rahmen seiner Geschichtsphilosophie ab, die ohne diese Ideen nicht bestimmt werden könnte. (mehr…)